Liebe Anwesende,
vor fünfzehn Jahren erschütterte ein rechtsterroristischer Anschlag Norwegen. Am 22. Juli 2011 zündete der Attentäter zunächst eine Bombe im Regierungsviertel von Oslo und ermordete anschließend auf der Insel Utøya 69 überwiegend junge Menschen, die am Sommerlager der Jugendorganisation der Arbeiterpartei teilnahmen. Insgesamt verloren 77 Menschen ihr Leben. 5 Jahre später erfolgte mit Bezugnahme der rechtsextreme Anschlag in München, der 9 jungen Menschen das Leben kostete. Die Anschläge richteten sich gegen eine demokratische, solidarische und vielfältige Gesellschaft. Ihr ideologisches Fundament war Rassismus, Antifeminismus, Antisemitismus und der Wahn eines angeblichen „Kampfes gegen den Bevölkerungsaustausch“ – Narrative, die heute längst nicht mehr nur in den Manifesten von Rechtsterroristen auftauchen, sondern in vielen Ländern bis weit in politische Debatten hinein wirken. Weiterlesen
Kategoriearchiv: Redebeiträge
Redebeitrag Gedenkkundgebung in Jena rechtsterroristische Anschläge München, Oslo und Utøya – 22. Juli
Liebe Anwesende,
heute stehen wir hier in Jena, um der Opfer zweier schrecklicher rechtsterroristischer Anschläge zu gedenken: dem Massaker von Oslo und Utøya in Norwegen, sowie dem Attentat am Olympia-Einkaufszentrum in München – beide verübt am 22. Juli, im Abstand von genau fünf Jahren, 2011 und 2016. Zwei Orte, zwei Länder – und doch eine gemeinsame Spur: rechter Terror.
Was diese beiden Taten verbindet, ist nicht nur ihr ideologischer Nährboden. Es ist auch die erschreckende Kontinuität rechten Terrors und ihrer Ermöglichungsbedingungen – in Europa, in Deutschland, und hier in Jena. Weiterlesen
Redebeitrag 09.11.22 am Enver Şimşek-Platz
Beitrag „NSU-Komplex auflösen Jena“ Enver Şimşek-Platz, Klang der Stolpersteine 09.11.22
Ich wünsche allen Anwesenden einen guten Abend. Ich spreche heute für die Gruppe „NSU-Komplex auflösen Jena“. Wir sind seitens der Bonhoeffer-Gemeinde und KoKont angefragt worden einen kurzen Redebeitrag zu halten. Gerne möchten wir dies tun.
Ich will offen sein, wir hatten durchaus Zweifel, ob dieser Ort – der Enver Şimşek-Platz – der richtige Ort sein kann, um am 9.11, dem Jahrestag der Novemberpogrome 1938, den Opfern des Nazi-Terrors zu gedenken. Denn sollte dieser Tag nicht dem Andenken an die Opfer eben dieser antisemitischen Pogrome sowie den Opfern der folgenden Deportationen, also den Opfern der Shoa gewidmet sein? Weiterlesen
Schicht im Schacht: Faschistische Normalisierung durchbrechen! – Redebeitrag, Zwönitz, 31.07.2021
Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Genossinnen und Genossen, liebe Antifaschist:innen, die seit Jahren hier in der Region aktiv sind und sich einer Gesellschaft gegenüber sehen, die faschistischem, rassistischem und antisemitischen Denken und Handeln mindestens gleichgültig gegenüber steht.
Wir sprechen für die Ortsgruppe Jena des bundesweiten Aktionsbündnis „NSU-Komplex auflösen“. Zusammen mit anderen Initiativen, politischen Aufklärerer:innen, engagierten Anwält:innen und allen voran mit den Betroffenen des NSU-Terrors kämpfen wir für die lückenlose Aufklärung des NSU-Komplexes – ein Versprechen, welches einst von der Kanzerlin dieser Republik selbst gegeben wurde und bis heute nicht eingelöst ist. Weiterlesen
“EMPÖRUNG REICHT NICHT! Wir fordern konsequentes Handeln gegen Rassismus, HIER und JETZT!” – Demo in Jena am 16.07.2021
Zehn Jahre wollten die Verteter*innen der Stadt Jena nichts von Aufarbeitung des NSU-Komplexes wissen. Zehn Jahre, das entspricht auch der Zeit, welche etwa die Angehörigen von Enver Şimşek nicht wussten, wer ihn ermordet hat. Zehn Jahre, in denen sie durch die Ermittlungsbehörden verdächtigt, überwacht und psychischem Terror ausgesetzt wurden. Und nicht zuletzt zehn weitere Jahre, in denen sich Rassisten und Neonazis weiterhin organisieren und vernetzen konnten.
Zehn Jahre des Schweigens, dabei wäre es so wichtig, den NSU-Komplex auch lokal aufzuarbeiten, um ableiten zu können, welche strukturellen Änderungen es braucht, um Ähnliches künftig zu verhindern! Auch deshalb forderten Angehörige der Ermordeten nach dem Münchner Prozess, „keinen Schlussstrich“ zu ziehen.
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Redebeitrag Seebrück Jena Aktionstag
Jena, 08.04.21
Liebe Leute,
wir, die Gruppe „NSU-Komplex auflösen/Jena“, freuen uns heute hier zu sein und wir unterstützen die Forderungen der Seebrücke Jena mit Nachdruck.
Wir wurden angefragt einen Redebeitrag zu halten – das möchten wir gerne tun. Dabei kann man sich vielleicht fragen: Was hat der NSU eigentlich mit der Seebrücke zu tun? Worin bestehen die Verbindungen zwischen den Forderungen der Seebrücke nach sicheren Häfen sowie Seenotrettung und dem rechtsterroristischen Netzwerk des „Nationalsozialistischen Untergrunds“, das sich in 1990er Jahren hier in Jena gründete und in den Folgejahren bundesweit mindestens 10 Menschen erschoss sowie mehrere Bombenanschläge und Überfälle verübte?

1 Jahr nach Hanau
Wir stehen heute gemeinsam hier, am 19. Februar 2021, dem Jahrestag des rassistischen Anschlags von Hanau, um der Opfer zu gedenken. Wir stehen an der Seite derjenigen, die Überlebten, und fühlen mit denen, deren Leben von jetzt auf gleich eine tragische Veränderung erfuhr.
Wir trauern um:
Ferhat Unvar,
Hamza Kurtovi,
Said Nesar Hashemi,
Vili Viorel Pun,
Mercedes Kierpacz,
Kaloyan Velkov,
Fatih ,
Sedat Gürbüz
Gökhan Gültekin
“Das es so weiter geht, ist die Katastrophe” – Kundgebung gegen rechten Terror – 09.10.2020
Ich spreche im Namen der Jenaer Ortsgruppe des bundesweiten Bündnisses NSU-KOMPLEX AUFLÖSEN. Wir möchten im Redebeitrag Parallelen zwischen dem NSU-Komplex und dem antisemitischen und rassistischen Anschlag in Halle ziehen, um Kontinuitäten zu verdeutlichen und Schlüsse daraus abzuleiten.
Videobotschaft zum Gedenken an Halit Yozgat 2020
Kundgebung gegen den antisemitischen Terror – 09.10.2019
Der heutige Tag und die Ereignisse in Halle zeigen einmal mehr, wie real die eliminatorische Gefahr des Antisemitismus und Rassismus in Deutschland ist. Die Generalbundesanwaltschaft hält bei einem oder mehreren Tatverdächtigen ein extrem rechtes Tatmotiv für sehr wahrscheinlich. Damit stellt die extrem rechte Szene und ihr wachsender Unterstützungskreis ihre menschenverachtende Handlungsbereitschaft und -fähigkeit erneut unter Beweis.
